Wir waren im Mai 2026 auf der Future Labs Basel, und zwei Themen kamen dabei immer wieder zur Sprache: die wachsende Bedeutung des 3D-Drucks in Pharma- und Biotech-Umgebungen und der Mangel an individuellen Laborverbrauchsmaterialien, die tatsächlich zu den Workflows passen, die Teams gerade automatisieren wollen. Beides sind praktische Probleme, keine Zukunftsvisionen – und beide zeigen, dass On-Demand-Fertigung eine realistischere Antwort ist, als es die meisten Kataloge derzeit bieten.
Was wir vor Ort gehört haben
Operativer als in den Vorjahren
Die Future Labs Basel hat sich zu einem zentralen Treffpunkt für Laborleiter, Einkaufsteams und Ingenieure aus Pharma-, Biotech-, Chemie- und Diagnostikunternehmen in ganz Europa entwickelt. Im Vergleich zu früheren Ausgaben wirkte die Veranstaltung 2026 spürbar bodenständiger – weniger Konzept, mehr operative Realität. Statt darüber zu diskutieren, wie das Labor der Zukunft in zehn Jahren aussehen könnte, kamen die meisten Teilnehmer mit konkreten Problemen, die sie heute lösen wollten.
Interessanterweise war die Bandbreite dieser Probleme größer, als man vielleicht erwarten würde. Ja, Ersatzteile und die Verfügbarkeit von Geräten waren häufige Themen. Genauso oft ging es aber auch um ganz alltägliche Herausforderungen: Wie bekommt man individuelle Laborverbrauchsmaterialien, die zu einem bestimmten Robotergreifer passen? Wie prototypt man ein neues Probenrack schnell genug, um mit der Prozessentwicklung Schritt zu halten? Wie stattet man fünf Laborbänke einheitlich aus, wenn das Standardteil aus dem Katalog einfach nicht ganz passt? Das sind keine dramatischen Lieferkettenkrisen – es ist vielmehr die alltägliche Reibung, mit der Labore ständig zu kämpfen haben und die den Betrieb still und leise ausbremst.
3D-Druck in der Pharmabranche: vom Prototyping zum Produktionswerkzeug
Ein Thema stach in vielen Gesprächen besonders hervor: 3D-Druck in Pharma-Umgebungen wird nicht mehr als reine Prototyping-Technologie betrachtet. Stattdessen fragen Teams, für welche Produktionsanwendungen sich der Einsatz lohnt, welche Prozesse ihre Material- und Dokumentationsanforderungen erfüllen und wie man einen Fertigungspartner qualifiziert. Dieser Wandel in der Fragestellung – von „Können wir das mal ausprobieren?“ zu „Für welche Teile ergibt das Sinn?“ – ist bezeichnend.
Ein klarer Trend zu modularen, dedizierten Prozessen
Neben den Gesprächen zur Lieferkette ist unserem Team außerdem ein deutlicher Trend aufgefallen, wie Labore heute geplant und betrieben werden: eine Abkehr von großen Multifunktionsplattformen hin zu kleineren, modularen Setups mit dedizierten Prozessen. Statt eines einzigen Geräts, das alles kann, kombinieren Labore zunehmend spezialisierte Einheiten, die jeweils eine Aufgabe besonders gut erfüllen. Diese Modularität schafft mehr Flexibilität – erhöht aber auch die Zahl der individuellen Schnittstellen, Halterungen und Adapter, die nötig sind, damit alles zusammenspielt. Das wiederum macht das Argument für On-Demand-Fertigung individueller Laborverbrauchsmaterialien noch stärker.
Der häufigste Frust auf der Future Labs Basel war nicht ein Mangel an Technologie. Es war vielmehr die Lücke zwischen dem, was Automatisierungssysteme leisten können, und dem, was die individuellen Laborverbrauchsmaterialien drumherum tatsächlich unterstützen.
Individuelle Laborverbrauchsmaterialien: das Teil, das niemand auf Lager hat
Warum improvisierte Lösungen in Pharmalaboren so verbreitet sind
Wer durch ein beliebiges, aktives Pharma- oder Diagnostiklabor geht, findet erstaunlich viel improvisierte Hardware. Racks, die mit Kabelbindern zusammengehalten werden, weil es die passende Halterung in den richtigen Maßen nicht gibt. Vialeinsätze aus einem Desktop-Drucker, den jemand aus dem Team über Nacht laufen ließ. Individuelle Halterungen von einem lokalen Metallbauer. Diese Workarounds entstehen, weil der Standardkatalog nicht jede Konfiguration abdeckt – und weil die Bestellung individueller Laborverbrauchsmaterialien über konventionelle Fertigung, mit Werkzeugkosten, Mindestbestellmengen und wochenlangen Lieferzeiten, für kleine Stückzahlen schlicht nicht praktikabel ist.
On-Demand-Fertigung ohne Mindestbestellmenge bietet hier einen grundlegend anderen Ansatz. Eine individuelle Vialhalterung, ein Probenrack, eine Röhrchenführung oder ein Greifer-Adapter lässt sich dadurch in kleinen Stückzahlen, mit dem richtigen Material und den passenden Toleranzen, innerhalb weniger Tage produzieren. Für Teams in der Prozessentwicklung, die schnell iterieren müssen, oder für Laborbetriebsteams, die Geräte über mehrere Arbeitsplätze hinweg standardisieren wollen, macht das einen erheblichen Unterschied.
Häufige Anfragen zu individuellen Laborverbrauchsmaterialien
| Bauteiltyp | Typische Herausforderung | Warum On-Demand-Fertigung hilft |
|---|---|---|
| Vial- und Kolbenhalterungen | Standardgrößen passen nicht zur spezifischen Gefäßgeometrie oder zum Freiraum des Robotergreifers | Individuelle Geometrie nach exakter Vorgabe, kleine Stückzahlen, schnelle Lieferzeit |
| Probenracks und Röhrchenführungen | Gerätespezifische Konfigurationen sind als Katalogartikel kaum verfügbar | Passgenau für das jeweilige Gerät konzipiert, in der benötigten Stückzahl produziert |
| Greiferfinger und Endeffektor-Teile | Roboterintegrationen erfordern häufig individuelle Kontaktgeometrien | Iteratives Design möglich, ohne Werkzeuginvestition |
| Laborbank-Fixturen und Montagehalterungen | Standardhalterungen berücksichtigen bestimmte Layouts oder Lastanforderungen nicht | Herstellung in Metall oder Polymer, je nach Anwendung |
| Ersatzteile für Altgeräte | Vom OEM eingestellt, kein Ersatzteil auf dem Aftermarket verfügbar | Reproduktion auf Basis eines physischen Bauteils oder einer bestehenden CAD-Datei, auf Abruf |
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Wir fertigen Halterungen, Racks, Fixturen und Halterungen auf Abruf – in Polymer und Metall, mit kurzen europäischen Lieferzeiten und ohne Mindestbestellmenge.Laborautomatisierung und die Hardware-Lücke
Automatisierung entwickelt sich rasant – die Lieferkette für individuelle Laborverbrauchsmaterialien nicht
Laborautomatisierung war eines der dominierenden Themen auf der Future Labs Basel – Liquid-Handling-Roboter, automatisierte Probenverarbeitung, vernetzte Geräteplattformen. Die Integrationskosten sind in den letzten Jahren deutlich gesunken, wodurch Automatisierung heute auch für mittelgroße Labore eine realistische Option ist, nicht nur für große Pharma-Produktionsumgebungen. Dennoch gibt es eine Hardware-Lücke, die Automatisierungsanbieter selten direkt ansprechen.
Jedes automatisierte System braucht physische Infrastruktur drumherum: die richtigen Racks, die richtigen Halterungen, die richtigen Führungen und Adapter, um Proben zuverlässig von einem Schritt zum nächsten zu bewegen. Wenn ein Labor einen neuen Roboter integriert oder eine bestehende Linie umkonfiguriert, müssen diese Komponenten oft individuell gefertigt werden. Und „individuell“ bedeutet im klassischen Sinn wochenlange Lieferzeiten und Bestellmengen, die wirtschaftlich keinen Sinn ergeben, wenn ein Labor nur drei oder fünf Stück benötigt. Folglich stocken Automatisierungsprojekte nicht wegen der Software oder des Roboters – sondern weil das passende individuelle Laborverbrauchsmaterial nicht rechtzeitig verfügbar ist.
Genau hier setzt 3D-Druck für Pharma- und Laborumgebungen naturgemäß an – nicht als die Automatisierungstechnologie selbst, sondern als die flexible Ebene, die Automatisierung im konkreten Laborkontext überhaupt erst funktionieren lässt. Der Roboter ist Standard. Die Halterung, die die Vials genau dort positioniert, wo der Greifer sie braucht, ist es nicht. Diese Halterung schnell und ohne große Mindestbestellmenge richtig hinzubekommen, entscheidet oft darüber, wie schnell eine Integration tatsächlich vorankommt.
Was 3D-Druck in der Pharmabranche tatsächlich leistet
Um 3D-Druck in den Life Sciences gibt es keinen Mangel an Hype. In der Realität ist das Bild jedoch differenzierter: Additive Fertigung eignet sich hervorragend für einen klar definierten Kreis von Pharma- und Laboranwendungen – und deutlich weniger gut für andere. Laut FDA-Leitlinien zur additiven Fertigung sind Prozessvalidierung und Materialrückverfolgbarkeit die zentralen Anforderungen für regulierte Anwendungen – weshalb die Wahl der Technologie und die Qualifizierung des Lieferanten wichtiger sind als die Technologie an sich.
Wo 3D-Druck in der Pharmabranche eindeutig Sinn ergibt
Individuelle Laborverbrauchsmaterialien in kleinen Stückzahlen – Halterungen, Racks, Fixturen, Führungen, Adapter – sind der stärkste Anwendungsfall. Die Geometrie kann exakt auf die Anwendung zugeschnitten werden, es fallen keine Werkzeugkosten an, und Stückzahlen von eins bis fünfzig sind vollständig wirtschaftlich. Bei Polymerteilen liefern SLS und MJF konsistente mechanische Eigenschaften und eine Oberflächenqualität, die in den meisten Laborumgebungen gut funktioniert. Auch Prototyping und Iteration während der Prozessentwicklung sind ein naheliegender Anwendungsfall: Ein Team kann innerhalb von zwei bis drei Tagen von einem überarbeiteten Design zu einem physischen Teil gelangen, ohne dass eine Mindestbestellmenge ungenutzt herumliegt. Über individuelle Bauteile hinaus deckt 3D-Druck in der Pharmabranche auch Ersatzteile für Altgeräte ab, die vom OEM nicht mehr erhältlich sind – sofern sich eine validierte digitale Datei erstellen lässt.
Wo konventionelle Fertigung nach wie vor die bessere Wahl ist
Bei hochvolumigen Standardkomponenten, Teilen mit sehr engen Toleranzen, die eine umfangreiche Nachbearbeitung erfordern, und überall dort, wo Anforderungen an Oberflächengüte oder Sterilität über das hinausgehen, was additive Fertigung mit Polymeren leisten kann, sind CNC-Bearbeitung oder Spritzguss in der Regel die richtige Wahl. Ein Lieferant, der mehrere Technologien beherrscht und eine klare Empfehlung gibt, welcher Prozess zu welchem Teil passt, ist deshalb deutlich wertvoller als einer, der sich standardmäßig auf eine einzige Antwort festlegt. Die ehrliche Einordnung von 3D-Druck in der Pharmabranche lautet: Er deckt einen erheblichen Teil des Bedarfs an individuellen Bauteilen ab – aber nicht alles.
Wie Replique dabei ins Spiel kommt
Replique ist eine digitale Fertigungsplattform, die Industrieteile auf Abruf produziert – darunter individuelle Laborverbrauchsmaterialien, Automatisierungskomponenten und Ersatzteile für Labor- und Produktionsgeräte. Sie bringen die Anforderung mit (idealerweise eine CAD-Datei, wir unterstützen aber auch bei der Neukonstruktion oder beim Reverse Engineering anhand eines physischen Bauteils), wir bestimmen den passenden Fertigungsprozess, und wir produzieren die Teile über unser zertifiziertes europäisches Partnernetzwerk mit vollständiger Material- und Produktionsdokumentation.
Für Teams, die regelmäßig mit genau den Herausforderungen zu tun haben, die auf der Future Labs Basel zur Sprache kamen – das leicht falsche Katalogteil, die Automatisierungsintegration, die einen individuellen Adapter braucht, oder das Ersatzteil, das der OEM nicht mehr liefert –, lohnt es sich, On-Demand-Fertigung ernsthaft zu prüfen. Nicht als Ersatz für die reguläre Beschaffung, sondern als flexible Ebene, die alles abdeckt, was Ihre normale Lieferkette nicht leisten kann.
Möchten Sie sehen, was für Ihr Labor möglich ist?
Wir prüfen Ihren Bedarf an individuellen Bauteilen und finden den passenden Fertigungsansatz – 3D-Druck, CNC oder eine Kombination aus beidem.FAQ
Kann Replique Teile ohne vorhandene CAD-Datei produzieren?
Ja. Für Teile, zu denen keine CAD-Datei existiert – etwa ein ausgelaufenes Ersatzteil oder eine ursprünglich intern gefertigte Komponente –, können wir anhand physischer Muster, Zeichnungen oder technischer Beschreibungen eine produktionsreife digitale Datei erstellen. Der Aufwand hängt von der Komplexität des Teils ab, und wir prüfen eine konkrete Anfrage gerne im Vorfeld.
Ist 3D-Druck in Pharma-Umgebungen bereits ausgereift genug für den Produktionseinsatz?
Für die richtigen Anwendungen: ja. Industrielle Verfahren wie SLS und MJF liefern Teile mit konsistenten mechanischen Eigenschaften, rückverfolgbarer Materialqualität und der Dokumentation, die regulierte Umgebungen benötigen. Entscheidend ist die Wahl der passenden Technologie für das jeweilige Teil – 3D-Druck in der Pharmabranche funktioniert hervorragend für individuelle Laborverbrauchsmaterialien, Fixturen und Ersatzteile in kleinen Stückzahlen, ist aber nicht immer die richtige Antwort für hochvolumige oder sterile Kontaktkomponenten.
Materialien und Lieferzeiten
Welche Materialien stehen für individuelle Laborverbrauchsmaterialien zur Verfügung?
Für Polymerteile arbeiten wir mit einer breiten Palette technischer Materialien, darunter PA12, PA11, PP sowie verschiedene gefüllte Varianten. Die Auswahl richtet sich nach mechanischen Anforderungen, chemischer Beständigkeit und Temperaturbereich. Bei Metallkomponenten stehen je nach Verfahren Edelstahl, Aluminium und Titan zur Verfügung. Bei Anwendungen mit besonderen Anforderungen an chemische Beständigkeit oder Sterilisation lohnt es sich, die Materialwahl frühzeitig zu besprechen.
Wie hoch ist die Mindestbestellmenge?
Für 3D-gedruckte Teile gibt es keine Mindestbestellmenge. Die Produktion einzelner Stückzahlen ist bei additiver Fertigung vollständig wirtschaftlich – genau das macht sie so nützlich für individuelle Laborverbrauchsmaterialien und geringe Stückzahlen. Bei CNC-gefertigten Komponenten sind kleine Losgrößen von fünf bis zehn Stück je nach Bauteilkomplexität in der Regel machbar.
Wie schnell können individuelle Laborteile geliefert werden?
Bei Polymerteilen über SLS oder MJF in der Regel drei bis sieben Werktage von der validierten CAD-Datei bis zur Lieferung innerhalb Europas. Bei bearbeiteten Metallteilen üblicherweise sieben bis fünfzehn Werktage. Für qualifizierte Anfragen gibt es Express-Optionen – bei zeitkritischen Projekten sprechen Sie uns am besten direkt darauf an.

