6 Gründe, warum die Verpackungsindustrie auf 3D-Druck umsteigen sollte

Individuelle Verpackungsformate und hohe Ersatzteilkosten stellen Maschinenhersteller vor Herausforderungen. Der Artikel zeigt, wie 3D-Druck maßgeschneiderte Teile in kleinen Mengen wirtschaftlich macht, Ausfallzeiten um bis zu 90 % senkt und mit digitaler Ersatzteilspeicherung neue Flexibilität schafft.
Cover zu Gründen für 3D-Druck in der Verpackung

Unzählige Produkte, immer individuellere Verpackungen: Die Verpackungsmaschinen-Branche steht unter Druck, maßgeschneiderte Teile für ganz unterschiedliche Einsatzbereiche bereitzustellen. Das führt schnell zu komplizierter Produktion, hohen Mindestbestellmengen und einem wachsenden Lager an Ersatzteilen, das kaum noch zu überblicken ist. Herkömmliche Fertigungsmethoden stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen. 3D-Druck bietet hier einen Ausweg – im Folgenden zeigen wir sechs Gründe, warum die Verpackungsindustrie auf 3D-Druck umsteigen sollte.

Grund 1: Maßgeschneiderte Teile in kleinen Mengen

Jede Verpackungsmaschine braucht spezielle Teile – besonders jene, die direkt mit den unterschiedlichen Produkten in Berührung kommen. Klassische Fertigung erfordert dafür oft hohe Investitionen, weil Formen bereits für relativ kleine Mengen angefertigt werden müssen. Das lässt sich mit dem Backen eines einzelnen Cupcakes vergleichen: Man braucht trotzdem den ganzen Ofen, alle Zutaten und Zeit – nur für eine einzige Leckerei. Mit 3D-Druck auf Abruf lässt sich genau die benötigte Stückzahl herstellen, ohne hohe fixe Kosten für Werkzeuge und Formen.

Grund 2: Schnelle Markteinführung und mehr Innovationsmöglichkeiten

Das gibt Herstellern die Flexibilität, schnell auf neue Marktanforderungen zu reagieren. Mit 3D-Druck lassen sich neue Verpackungsformate zügig mit Prototypen testen, anpassen und bis zum fertigen Teildesign weiterentwickeln – deutlich schneller als über klassische Werkzeugbau-Prozesse. So können Hersteller von Verpackungsmaschinen neue Formate in Rekordzeit auf den Markt bringen.

Ein Beispiel dafür ist Miele: Das Unternehmen arbeitet mit Replique zusammen, um Zubehörteile bedarfsgerecht für seine Kunden herzustellen. Diese lassen sich einfach über den Miele-Onlineshop bestellen, der direkt mit der 3D-Druckplattform von Replique verbunden ist.

Grund 3: Eine Maschine, viele Formate

Weil unterschiedliche 3D-gedruckte Formate schnell verfügbar sind, kann eine einzelne Verpackungsmaschine nahtlos zwischen verschiedenen Formaten und variablen Mengen wechseln. Das verbessert nicht nur die Produktionseffizienz, sondern verschafft Unternehmen auch einen Wettbewerbsvorteil, weil sie schneller und flexibler auf unterschiedliche Marktanforderungen reagieren können.

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Grund 4: Weniger Ausfallzeiten dank bedarfsgerechter Ersatzteile

Steht eine Maschine in der Fabrik wegen eines defekten Teils plötzlich still, entstehen schnell hohe Ausfallzeiten. Die Herstellung eines maßgeschneiderten Ersatzteils über klassische Wege kann je nach Komplexität und Ressourcenverfügbarkeit zwischen drei und sechs Wochen dauern. Selbst wenn ein Teil bereits auf Lager liegt, kostet allein der Versand zur Fabrik oft rund 72 Stunden. In dieser Zeit entstehen nicht nur direkte Kosten durch den Produktionsstillstand, sondern auch Opportunitätskosten durch verzögerte Lieferungen und mögliche Unzufriedenheit bei Kunden – in Summe können sich diese Kosten schnell auf mehrere Zehntausend US-Dollar summieren.

KennzahlTraditionelle ErsatzteilbeschaffungBedarfsgerechter 3D-Druck
Herstellungsdauer3–6 WochenWenige Stunden bis Tage
Versandzeit ab Lagerca. 72 StundenLokale Produktion möglich
Reduktion der AusfallzeitBis zu 90 %

Mit bedarfsgerechtem 3D-Druck lassen sich Ausfallzeiten auf wenige Stunden reduzieren – eine qualifizierte Produktionsdatei genügt, damit ein Drucker das benötigte Teil nach Qualitätsstandards fertigt.

Ist dieser Prozess in das Geschäft des Maschinenherstellers integriert, können Kunden das passende Teil direkt beim Hersteller bestellen und über ein 3D-Druckdienstleistungsbüro in ihrer Nähe – oder sogar direkt vor Ort – produzieren lassen, sofern der passende Drucker verfügbar ist. Das Ergebnis: weniger Ausfallzeiten, zufriedenere Kunden und spürbar geringere Kosten. Durch den schnellen Austausch von Teilen lassen sich Ausfallzeiten so um bis zu 90 % reduzieren.

Grund 5: Freiheit beim Design

Anders als Standardlösungen erlaubt 3D-Druck einzigartige Designs für Teile von Verpackungsmaschinen – Designer können so Funktionalität und Effizienz der Maschinen gezielt optimieren. Ob ungewöhnliche Formen oder besondere Funktionen: individuelle Teile schaffen Spielraum für Innovation. Durch bedarfsgerechten 3D-Druck lassen sich zudem mehrere Teile zu einem einzigen Bauteil konsolidieren, was die Stückliste vereinfacht und Design- sowie Montageprozesse effizienter macht. Auch leichtere Komponenten sind möglich, was die Leistung der Maschinen verbessert und gleichzeitig unnötiges Gewicht reduziert.

Grund 6: Digitale Speicherung von Teilen

Neben den greifbaren Vorteilen kommt bei bedarfsgerechtem 3D-Druck ein weiterer Aspekt hinzu: die digitale Speicherung von Teildesigns und das Prinzip der dezentralen Produktion. Statt große Mengen physischer Teile im Lager zu stapeln, können Unternehmen digitale Designs in einem digitalen Inventar hinterlegen – so wie es bei Replique der Fall ist. Dieses Inventar ist mit 3D-Druckdienstleistern weltweit verbunden, wodurch umfangreiche physische Bestände überflüssig werden. Das schafft Lagerplatz und senkt Overhead-Kosten. Durch das dezentrale Produktionssystem lässt sich zudem ein verteiltes Ökosystem von 3D-Druckern nutzen, die sich in der Nähe der eigenen Standorte oder sogar direkt vor Ort befinden – für schnelle Reaktionszeiten und kurze Versandwege.

Bei Replique kommt eine zusätzliche Qualitätskontrolle hinzu: Die gespeicherten Designs enthalten vorvalidierte Produktionsparameter, sodass ausschließlich akkreditierte Druckaufträge das jeweilige 3D-Druckdienstleistungsbüro erreichen.

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Das Replique-Ökosystem

Replique ermöglicht die nahtlose Integration des 3D-Drucks in bestehende Prozesse. Auf einer Plattform vereinen wir alle Schritte – von der Qualifizierung über die digitale Speicherung bis hin zur bedarfsgerechten Produktion und Nachbearbeitung – inklusive sämtlicher am Markt verfügbaren 3D-Drucktechnologien und Materialien. So lässt sich für jedes Teil eine passende Lösung finden, ohne dass Kunden eigenes Expertenwissen aufbauen oder in eigene Technologie investieren müssen. Teile lassen sich einfach über das digitale Lager bestellen – oder Endkunden bestellen sie direkt im Onlineshop des Maschinenherstellers, während der Auftrag im Hintergrund reibungslos über das digitale Lager abgewickelt wird.

Der Ansatz spart nicht nur Kosten, sondern ist auch umweltfreundlich: Produziert wird, was gebraucht wird, dort, wo es gebraucht wird – ohne überschüssige Lagerbestände oder veraltete Teile. Ersatzteile stehen bereit, sobald sie gebraucht werden, was Abfall reduziert und Reparaturen fördert. Das verbessert die Nachhaltigkeit von Maschinen insgesamt und sorgt gleichzeitig für mehr Effizienz.

FAQ

Warum eignet sich 3D-Druck besonders für Verpackungsmaschinen-Teile?

Weil viele Teile in kleinen Mengen und individuell benötigt werden. 3D-Druck macht hohe Werkzeugkosten und Mindestbestellmengen überflüssig und ermöglicht so auch kleine Serien wirtschaftlich.

Wie schnell lassen sich neue Verpackungsformate mit 3D-Druck umsetzen?

Deutlich schneller als mit klassischem Werkzeugbau, da Entwurf, Test und Anpassung von Teildesigns direkt über 3D-Druck erfolgen können – ohne separate Formenherstellung.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Miele und Replique?

Miele bietet Zubehörteile bedarfsgerecht über den eigenen Onlineshop an, der mit der 3D-Druckplattform von Replique verbunden ist – Bestellung und Produktion laufen dabei automatisiert im Hintergrund ab.

Ersatzteile und Ausfallzeiten

Wie lange dauert die Ersatzteilbeschaffung normalerweise?

Klassisch zwischen drei und sechs Wochen für die Herstellung, zuzüglich rund 72 Stunden Versandzeit, selbst wenn ein Teil bereits auf Lager ist.

Wie stark lassen sich Ausfallzeiten durch 3D-Druck reduzieren?

Durch bedarfsgerechten 3D-Druck lassen sich Ausfallzeiten um bis zu 90 % reduzieren, da Teile lokal und innerhalb weniger Stunden statt Wochen produziert werden können.

Digitales Ersatzteillager

Was bedeutet digitale Speicherung von Ersatzteilen?

Statt physische Teile zu lagern, werden Teildesigns digital in einem Inventar hinterlegt und bei Bedarf über ein weltweites Netzwerk an 3D-Druckdienstleistern produziert.

Wie stellt Replique die Qualität der gedruckten Teile sicher?

Gespeicherte Designs enthalten vorvalidierte Produktionsparameter, sodass ausschließlich akkreditierte Druckaufträge an die jeweiligen Druckdienstleistungsbüros gehen.

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